Last Lecture (23.10. – 29.10.2006)

Geschafft!!! Am vergangenen Mittwoch hatte ich meine letzte Vorlesung für dieses Jahr und am Samstagmorgen musste ich meine letzte Präsentation halten. Jetzt kommen nur noch die Final Exams in zehn Tagen. Ansonsten war die Woche recht arbeitsintensiv, etliche Assignments wollten fertig gestellt werden und es gab gleich drei Präsentationen über die Woche. Besonders lustig war die Präsentation am Samstagmorgen (ja, Samstag 10 Uhr!) im Fach “Managing Application Databases”. Der Kerl, der die Powerpoint Slides vorbereiten sollte, ist einfach mal kurz vor der Präsi wieder gegangen – natürlich ohne irgendwas zu hinterlassen. So mussten wir – ein Ami und ich – unserem Prof klar machen, dass es keine “fancy presentation” gibt, sondern mehr oder weniger nur Small-Talk. Gott sei Dank hatte ich noch unsere Beispieldatenbank auf dem Laptop dabei, so dass wir wenigstens etwas am PC präsentieren konnten.

Am Samstagabend haben wir die letzte Vorlesungswoche dann im Valley ausklingen lassen – zuerst waren wir im Royal George Hotel und im Anschluss daran im Empire Hotel.

+++ BREAKING NEWS +++ No More Singing in the Rain +++

Australiern droht Singverbot unter der Dusche

Ganze sieben Minuten verbringt der Durchschnittsaustralier jeden Tag unter der Dusche. Dabei geht ein Teil der Zeit nach Angaben eines Energieversorgers mit Singen, Spielen und Tagträumen drauf. Das müsse in dem dürregeplagten Land nun ein Ende haben, forderte ein Konzernsprecher.

Wer mehr wissen will, liest den gesamten Artikel auf Spiegel.de

PS: Wir werden natürlich im Haus ein absolutes Singverbot unter der Dusche verhängen. 😉

Sydney (16.10. – 22.10.2006)

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Oder sagen wir so: Langweilig ist es nicht geworden. Aber fangen wir von vorne an: Der Montag und Dienstag waren noch ganz normale Uni-Tage. Die Herren Professoren geben allmählich ein paar Tipps zu den Final Exams und die Assignments gehen in die finale Runde. Nebenbei quält man sich von einem Gruppenmeeting zum nächsten und sehnt sich eine Zeit ohne Assignments und Prüfungen herbei. Und die sollte schneller kommen als erwartet. Am Mittwoch habe ich noch die Vorlesungen an der Uni genossen und am Mittwochabend habe ich mich nach meiner spontanen Buchung eines Fluges nach Sydney schon wieder auf den Weg zum Flughafen gemacht.

Sydney (18.10. – 21.10.2006)

1. Tag

Am Mittwochabend ging es mit dem Airtrain zum Flughafen, wo ich mir im letzten Flieger des Tages nach Sydney einen Platz am Notausgang sichern konnte. Kurioserweise hatte ich im Flieger dann noch Gesellschaft von einem Gruppenmitglied aus dem Kurs “Managing Information Systems”, der rein zufällig auch für drei Tage nach Sydney wollte. Noch rein zufälliger haben wir dann auch festgestellt, dass er den gleichen Flieger wie ich zurück nimmt. Um den Zufall nun endgültig auf die Probe zu stellen, mussten wir auch den gleichen Bus am Flughafen in Sydney nehmen. Um die Geschichte nun endgültig völlig unglaubwürdig zu machen, haben wir festgestellt, dass er (Franzose aus Lyon) immer Urlaub in Südfrankreich macht und zwar in Ollioules, gerade mal 5 km von Sanary-sur-mer entfernt. Faszinierend, wie klein die Welt doch ist.

In Sydney angekommen, mussten wir erstmal auf den Bus Richtung Bondi warten und nach knapp 40 Minuten Fahrt war ich dann in Randwick angekommen. Dort hat mich Guido (ein Ex-Arbeitskollege von 3M, der jetzt in Sydney studiert) abgeholt und ich durfte erstmal Guidos Bude betreten. Sonst sieht man sich ja nur im internationalen Luftraum oder auf irgendwelchen vorgelagerten Inseln. 😉

2. Tag

Me @ UNSWNachdem es am gestrigen Abend ein bisschen später geworden ist, haben wir heute erstmal verpennt. Gegen 14 Uhr haben Guido und ich uns dann erst Richtung University of New South Wales (UNSW) und Richtung City aufgemacht und nach der Durchquerung von Chinatown, sind wir im Australian & Northern Territory Outback Centre gewesen. Dort gab es eine sehr interessante Vorstellung eines Halb-Aborigines zum Didgeridoo. Danach wollte ich eigentlich mit Guido in eine seiner Vorlesungen und von dort direkt zum Party-Highlight des Tages – dem Oktoberfest an der UNSW. Auf dem Weg zur Vorlesung haben wir dann aber noch Sonia, Guidos indische Mitbewohnerin getroffen und ich habe dann spontan beschlossen, doch lieber mit ihr was essen zu gehen. 😉

Darling HarbourNach dem Essen sind wir dann Richtung Uni aufgebrochen und da Guido mir am Morgen noch einen Ausweis der Studentenvereinigung besorgt hatte, glaubten wir, dass es beim Einlass keine Probleme gäbe. Leider war dort ein überkorrekter Türsteher, der meinen UNSW-Studentenausweis sehen wollte. Mit der Studentenvereinigungskarte alleine könne er mich nicht reinlassen, obwohl ich gesagt hatte, dass ich die zuhause vergessen habe und die andere Karte doch ausreichen müsse. Dann meinte er nur noch, ich solle ihm meine Studentennummer sagen. Mmmh, das war das recht herausfordernd, da ich nicht mal wusste, womit die Nummer an der UNSW anfangen. Eigentlich sollte ich dann von einem anderen Türsteher rausbefördert werden. Den konnte ich dann aber bequatschen, dass er doch einfach mal die Unterschriften auf meinem Personalausweis und der Studentenvereinigungskarte vergleicht und obwohl ich keine Hoffnung mehr hatte, hieß es plötzlich, “No worries, you can get in”. Juchu, der Abend war gerettet. :-) Drinnen angekommen war es dann extrem voll, so dass wir für unsere Getränke fast ne halbe Stunde anstehen mussten. Ansonsten war aber recht lustig, da einige der Leute schon seit 16 Uhr nachmittags da waren und dementsprechend gut gelaunt waren. 😉 Um 24 Uhr gab’s dann aber das böse Erwachen: es gibt nix mehr zu trinken und die Party ist vorbei – sie haben keine Lizenz für Partys nach 24 Uhr. Nachdem wir zuerst noch an einen schlechten Witz geglaubt hatten, mussten wir kurz darauf auch schon auf den Weg zu einer Bar in der Nähe machen. Dort sind wir dann noch bis gegen 4:30 Uhr geblieben. Komischerweise wurde es auf dem Nachhauseweg schon wieder hell…

3. Tag

Völlig unverständlicherweise haben wir heute wieder leicht verschlafen, wurden aber von Frederick, einem Freund von Guido, mit frischen Croissants geweckt. Sehr nett! Nachdem Frühstück haben Guido, Sonia und ich uns dann mit der Fähre auf den Weg nach Manly gemacht. Sydney Leider hat es kurz nach unserer Ankunft am Strand angefangen zu regnen, weswegen wir in einen Aldi flüchten mussten. Ja, Ritter Sport-Schokolade und Haribo en masse. 😉

Am Abend sind wir dann zuerst zu einer Farewell-Party bei Frederick gegangen. Er sollte nämlich einen Tag später für drei Monate nach Neuseeland aufbrechen. Anschließend sind wir nach Coogee gefahren, allerdings war der dortige Club nicht so doll (kaum einer da). Da Guido am nächsten Tag früh aufstehen musste, sind nur noch Sonia und ich weitergezogen. Diesmal in die Cargo Bar am Darling Harbour. Dort wollte ich dann auch noch meinen französischen Seelenverwandten treffen, aber wir haben uns um ein paar Minuten verpasst. Sehr schade! :-( Von der Cargo Bar hat man einen super Ausblick auf Darling Harbour, allerdings lassen die sich den auch mit etwas teureren Getränkepreisen bezahlen. Und um exakt 4 Uhr war dann dort auch schon wieder Feierabend, so dass wir schon wieder in eine andere Bar umziehen mussten. Dort sind wir dann noch einige Zeit geblieben, bevor es dann bei Tageslicht wieder zurück nach Hause ging.

4. Tag

Absolut und völlig unverständlicherweise haben wir heute mal wieder verschlafen und sind erst um 15 Uhr aufgestanden. Nach dem “Late Brekkie” haben wir dann auch nicht mehr viel gemacht, schließlich ging mein Flieger schon um 20 Uhr zurück nach Brisbane. Eigentlich wollte ich den auch mit dem Bus erreichen, allerdings hat sich der Bus entschieden nicht zu kommen. Und ein Taxi war auf die Schnelle auch nicht zu kriegen. Mmmh, kurz vor 19 Uhr und in einer halben Stunde muss ich eingecheckt sein. Schließlich habe ich dann doch noch ein freies Taxi gefunden und dem Kerl erklärt, dass er es zum Flughafen in unter 20 Minuten schaffen muss. No worries und tatsächlich war ich sogar noch 10 Minuten zu früh am Flughafen, so dass ich in Ruhe einchecken konnte. Wie der Zufall dann so wollte, musste ich mich auch wieder einem “rein zufälligen” Explosiv-Drogen-was-auch-immer”-Test unterziehen. Naja, das Ergebnis war wie erwartet, ansonsten gäb’s wahrscheinlich auch die nächsten hundert Jahre keine Blogaktualisierungen mehr. 😉 Beim Boarden hab ich dann auch wieder meinen französischen Mitreisenden entdeckt, so dass der Rückflug nicht ganz so langweilig werden sollte. Mmmh, wie soll ich eigentlich die 24 Stunden Flug nach Deutschland im Dezember aushalten, wenn mir schon bei 1,5 Stunden von Sydney nach Brisbane langweilig wird… In Brisbane angekommen, haben wir dann den Shuttlebus in die Stadt genommen und von dort bis ich direkt nach Hause gefahren.

Am Sonntag waren dann wieder Assignments über Assignments angesagt. Die nächste Woche ist in der Hinsicht der absolute Höhepunkt. Bin mal gespannt wie das werden soll.

Nothing, Nada, Niente, Rien, Nix (09.10. – 15.10.2006)

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Es gab in dieser Woche nix, nada, niente, rien, nothing. Das einzig Bemerkenswerte ist vielleicht, dass unsere asiatische “Gruppenarbeit” so geendet ist, dass ich am Ende die Präsentation selbst gemacht habe. Mal schauen, ob sie dann wenigstens zum Halten der Präsentation am kommenden Mittwoch kommen.

Snowed under with Assignments and Asian Group Projects (02.10. – 08.10.2006)

Der Mid-semester Break ist vorbei und es geht in die letzte Runde vor den Final Exams. Nur noch vier Wochen und dann ist schon wieder vorlesungsfrei und die Revision Week beginnt. Wie schnell die Zeit hier doch vergeht – einfach unglaublich.

Noch schneller vergeht die Zeit, wenn man an den verschiedenen Assignments arbeitet. Praktisch jeden Tag liegt etwas Neues an und die Fälligkeitstermine rücken unaufhaltsam näher. Am Montag – direkt nach der Rückkehr aus Byron Bay – war auch schon wieder ein Quiz in Datenbanken. Dank 3M und der langjährigen Arbeit dort mit den kuddeligsten SQL habe ich mir erlaubt, nicht ganz soviel für die Prüfung zu lernen. Jetzt heißt es wieder warten aufs Ergebnis.

Die nächste Erfahrung ist Gruppenarbeit mit Asiaten. Einfach nur chaotisch. Da verabredet man sich zum Gruppentreffen und dann wird erstmal ne halbe Stunde zu spät gekommen. Als nächstes verteilt man die Aufgaben schön gerecht und vereinbart, alles an mich bis Samstag, 12 Uhr mittags zu senden. Samstag 18 Uhr und es ist immer noch nix da. Auf Nachfrage kriegt man von der einen gar keine Antwort, die andere feiert das Chinese Moon Festival und meint auch noch, dass es das zweitwichtigste Fest der Chinesen ist. Schön und gut, aber war das nicht schon vor drei Tagen bekannt?! Und warum kann man nix sagen. Mmmh, muss wohl asiatische Verschlossenheit sein. Irgendwann kriegt man dann doch mal etwas und einem stehen die Haare zu Berge – völliger Murks gespickt mit Fehlern. Super, dann kann man auch direkt alles selbst machen. Mal gucken, wie das ganze ausgeht.

Zur Ablenkung waren wir am Samstagabend im Kino – An Inconvenient Truth. Der Film von Al Gore über die globale Erderwärmung ist zwar mehr ein Dokumentarfilm als eine seichte Komödie, aber diese Woche haben wir halt noch nicht genug gelernt. 😉