Perth & Sydney (25.11. – 10.12.2006)

1. Tag

Am heutigen Samstag bin ich gegen 17 Uhr von zuhause Richtung Flughafen aufgebrochen. Da der Bus zu spät war, hätte ich beinahe ein teures Taxi nehmen müssen. Schließlich bin ich aber doch noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Flughafen angekommen und konnte mir am Check-In einen Platz am Notausgang in Reihe 1 sichern. Mit einer kleinen Verspätung sind wir dann Richtung Perth gestartet. Netterweise hatte VirginBlue auf dem doch langen (über fünf Stunden) einen der drei neuen Testflieger mit Foxtel-Live-TV bereitgestellt. So verging die Zeit sprichwörtlich wie im Flug.

Am Flughafen von Perth wartete Guido schon auf mich, dessen Flug von Sydney schon eine Stunde vorher gelandet war. Gemeinsam sind wir in die Stadt gefahren und nachdem Check-In ins Hostel noch auf ein-zwei Bier ins “Party-Viertel” von Perth gegangen.

2. Tag

FremantleNach einem kurzen Marsch durch ein völlig ausgestorbenes Perth haben wir uns auf Anraten der netten Dame im Visitor Centre auf den Weg nach Fremantle gemacht. Fremantle ist einerseits der Hafen von Perth, andererseits beliebtes sonntägliches Ausflugsziel. Sonntags gibt es dort nämlich die Fremantle Markets, auf denen man mehr oder weniger nützliche Sachen kaufen kann. Das nützlichstes für uns war noch eine “Original German Bratwurst with Sauerkraut”. 😉 Neben den Markets war die Hauptattraktion eine Parade durch den Ort – fast ein bisschen wir Karneval.

Nach der Parade brauchten wir dringend Abkühlung (strahlend blauer Himmel und 35°C), also sind wir in die Brauerei “Little Creatures” gegangen, wo wir mit ein paar Australiern ein Bierchen getrunken haben.

3. Tag

Heute mussten wir ein wenig früher aufstehen, da wir um 10 Uhr schon unsere tollen Toyota Corolla abholen mussten. Nachdem wir Perth Richtung Norden verlassen hatten, wurde die Landschaft sehr schnell recht ländlich, so dass wir Angst hatten, keinen billigen Supermarkt mehr zu finden. Im Swan Valley, dem Weinanbaugebiet von Perth, hat uns dann aber eine sehr nette Dame im Visitor Centre erklärt, dass in ein paar Kilometern ein riesiges Einkaufszentrum käme.

Unglaublich, aber wahr nach kurzer Zeit tauchte das Midland Shopping Centre auf. Dort haben wir uns erstmal mit zwei Campingstühlen, Geschirr, einer Kühltasche und jeder Menge Lebensmitteln eingedeckt. Nach geschlagenen vier Stunden waren wir dann auch wieder am dem Great Northern Highway, der uns zu unserer ersten Attraktion, den Pinnacles führen sollte.

Zum Sonnenuntergang haben wir es dann doch nicht mehr rechtzeitig geschafft, also nur noch Zelt aufbauen und nach einem spartanischen Abendessen sind wir schlafen gegangen. An dieser Stelle noch mal ein Dank an die extrem unfreundlichen Deutschen, die uns nicht mal einen ihrer Töpfe für ein paar Minuten leihen wollten.

4. Tag

The PinnaclesNach einen opulenten Frühstück haben wir uns auf den Weg in den Pinnacles National Park gemacht. Bei den Pinnacles handelt es sich um bizarre Felsformationen, die in tausenden Jahren durch Erosion entstanden sind. Nach dem Drive-thru National Park haben wir uns wieder auf den Highway begeben und nach einem Zwischenstopp in Geraldton (dort gibt es sogar einen Burger King) ging es weiter nach Kalbarri, wo wir im dortigen Backpackers übernachtet haben.

5. Tag

Nach einem luxuriösen Frühstück (selbst gemacht) haben wir den Kalbarri National Park einen Besuch abgestattet. Über eine Schotterpiste haben wir den Murchinson River Gorge erreicht, wo der extrem ausgetrocknete Fluss in einer riesigen Schleife um eine Felsformation fließt (The Loop).

Nature's WindowAnschließend haben wir uns auf die Suche nach dem “zweitgrößten Land Australiens” gemacht: der Hutt River Province. Dabei handelt es sich um eine 75 km² große (so groß wie Hongkong) Farm mit 20 Menschen, die sich 1970 vom Commonwealth of Australia unabhängig erklärt haben.

Prince Leonard höchstpersönlich hat uns dann die Farm bzw. das Land gezeigt. Es gibt dort eine kleine Kirche, Souvenirshop und ein Postamt. Dort wurde mir dann auch ein 1-Tages-Visum in den Reisepass gestempelt. 😉 Nach der Führung haben wir uns noch das Scheren der Schafe angeschaut bevor es über den Highway weiter Richtung Norden ging.

Da die Strecke sooooo langweilig war, habe ich begonnen, die Länge der geraden Stücke zu vermessen. Ausgerechnet auf dem längsten Stück geschah bei Kilometer 58 das Unglück: wir mussten abbiegen. Glück im Unglück: am nächsten Tag werden wir wohl weiter vermessen können, da unser Tagesziel “Monkey Mia” auf einer Halbinsel liegt und wir die gesamten 150 km wohl wieder zurückfahren müssen.

Gegen 19 Uhr sind wir dann endlich in Monkey Mia angekommen und haben nach dem Zeltaufbau erstmal Abendessen gemacht.

6. Tag

Feeding the Dolphin7:30 Uhr: die Sonne brennt aufs Zelt und an Schlafen ist nicht mehr zu denken. Also auf zum Strand, wo morgens das Highlight von Monkey Mia stattfindet: die Delfinfütterung. In der Bucht vor Monkey Mia leben über 900 wilde Delfine, von denen ein paar immer zu den morgendlichen Fütterungen kommen. Die erste Fütterung war leider ein wenig überlaufen, so dass wir beschlossen haben, uns nach dem Frühstück an den Strand zu legen und auf weitere Fütterungen zu warten. Kurz vor Mittag kamen dann noch einmal zwei Delfine und schnell wurde der Eimer mit den Fischen geholt. Zufällig wurde ich dann auch ausgewählt, einer der beiden Delfine zu füttern. 🙂 Was ein einmaliges Erlebnis!

Kurz danach haben wir dann aber schon Monkey Mia verlassen und nach einem kurzen Fotostopp in der westlichsten Stadt Australiens (Denham) ging es weiter auf den Eagle Bluff, von dem wir ein paar Haie in der Shark Bay beobachten konnten. Vorbei am Shell Beach, der nur aus Abermillionen Muscheln besteht ging es zu einer Telegrafenstation, an der die wohl ältesten Lebewesen der Welt leben: die Stromatoliten. Ganz unfachmännisch einfach nur von Bakterien gebaute Klumpen am Meeresufer, die 3,5 Milliarden Jahre alt sind. Nachdem wir wieder auf den North West Coastal Highway eingebogen sind, ging unsere Vermessungsaktion weiter. Das Ergebnis: unfassbare 100 km gerade Straße. Die Kurve, die die bisher längste Gerade in Australien beendet hat, mussten wir natürlich fotografieren. Kurze Zeit später haben wir Carnarvon passiert, das eigentlich an einem großen Fluss liegt. Eigentlich, weil der recht breite Fluss völlig ausgetrocknet war.

Parched Gascoyne River19 Uhr, in der Mitte vom Nichts, 50 km vor unserem Tagesziel Coral Bay ist es dann passiert: Eine der Millionen wilden Ziegen hat ohne Ankündigung die Straße überquert. Da unser schöner Corolla keinen Känguru- oder besser Ziegenfänger besitzt, hat es ihm den rechten Kotflügen und den Behälter für die Scheibenwaschanlage weggerissen. Schöne Bescherung! Und das im absoluten Nichts auf einer Straße, wo man froh sein kann, wenn jemand alle zwei Wochen mal vorbeikommt. Nach dem Entfernen einiger “überflüssig” gewordener Teile, die die Weiterfahrt behindert hätten, haben wir zum Glück festgestellt, dass das Auto noch fährt. Also wieder 40 km zu einem Roadhouse zurück und der dortige Chef meinte “happens all the times”. Dort haben wir dann erstmal übernachtet und einen Kerl getroffen, der scheinbar Australien umrunden will – und das mit dem Fahrrad.

7. Tag

Nach dem Aufstehen habe ich erstmal unsere Autovermietung vom Roadhouse angerufen und wenn die Karre noch fahren würde, könnten wir unseren Trip fortsetzen. Also wieder auf die Piste und nach Coral Bay.

Termites MoundsIn Coral Bay angekommen haben wir erstmal gefrühstückt und geguckt, was man so machen kann (Tauchen, Schnorcheln, Quad-Biking etc). Wir haben dann beschlossen, auf dem Rückweg dort Halt zu machen und erstmal nach Exmouth, unserem nördlichsten Ziel zu fahren. Der Weg dorthin war wieder von unendlicher Eintönigkeit: unendliche gerade Straßenstücke und kaum Vegetation. Bei einem kurzen Stopp, bei dem wir den klimatisierten Wagen verlassen haben, wurde uns klar warum hier nix wächst: 40°C im Schatten – nur ohne Schatten.

Schließlich sind wir in Exmouth angekommen – einer kleinen Metropole mit 2.500 Einwohnern Auf dem hiesigen Campingplatz haben wir erstmal unser Zelt aufgeschlagen und was zu Essen gemacht.

Danach waren wir froh wieder im klimatisierten Auto sitzen zu können und sind um Leuchtturm von Exmouth gefahren. Auf dem Weg sind wir an einer gigantischen Sendeanlage des australischen Militärs vorbeigekommen. Die Grundfläche ist so groß wie die Innenstadt von Sydney und der höchste Mast 370 m hoch!

Nach einem Besuch der Marina von Exmouth war es dann endlich etwas abgekühlt, so dass wir uns für den Rest des Tages in den Pool des Campingplatzes gelegt haben.

8. Tag

QuadsUm 7 Uhr morgens war bereits nicht mehr an Schlaf zu denken. Also sind wir in den Cape Range National Park gefahren. Am dortigen Turquoise Beach sind wir im Ningaloo Reef schnorcheln gewesen. Das Ningaloo Reef ist das einzige Australiens, welches man ohne Bootsfahrt bequem vom Strand erreichen kann und aufgrund der wenigen Touristen ist es praktisch völlig intakt.

Als wir gegen 12 Uhr aus dem Wasser gekommen sind, mussten wir quasi ins Auto flüchten. Die Sonne steht hier am Tropic of Capricorn (südlicher Wendekreis) zu dieser Jahreszeit im Zenit und es war unerträglich heiß. Also haben wir die heißesten Stunden des Tages genutzt, um den Nationalpark und Exmouth wieder in Richtung Coral Bay zu verlassen.

Nach der Ankunft dort und dem Niederlassen auf dem hiesigen Campingplatz, haben wir für den kommenden Tag erst einmal zwei unterschiedliche Touren gebucht: Guido macht Tauchen mit Mantarays und ich Quad-Biking mit Schnorcheln.

Am Abend konnten wir von einem kleinen Hügel einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean beobachten.

9. Tag

SunsetDie Hitze und unsere Touren haben uns wieder einmal vor 7 Uhr aufstehen lassen. Schnell das Zelt zusammengepackt und dann auf zum Sammelpunkt fürs Tauchen bzw. den Quad-Trek. Bei letzterem angekommen wurde mir schnell klar, dass es fast eine private tour werden sollte: ein Ehepaar, ich und unser Tourguide. Nach dem Ausleihen der Schnorchelausrüstung und kurzer Einweisung in die Quads haben wir Coral Bay auch schon über eine Schotterpiste verlassen. Bei einem kurzen Stopp wurde dann bei allen Quads der 4×4-Modus aktiviert und dann ging’s ab auf den endlosen Strand. Dort sind wir erstmal einige Kilometer bis zum ersten Schnorchelspot gefahren. Schnell ins Wasser und schon nach wenigen Metern vom Strand konnten wir wunderschöne Korallen, Fische und sogar Schildkröten beobachten. Zum nächsten Spot ging es dann über anspruchsvollere Wege durch die Dünenlandschaft. An der zweiten Bucht angekommen, die man auch nur mit einem Quad (oder durch einen fast unmöglichen Fußmarsch) erreichen kann, habe ich im Wasser direkt eine Schildkröte aufgespürt und sie durch die Bucht begleitet. 😉

Auf dem Rückweg sind wir dann mit Vollgas über den Strand gefahren. Anfangs noch etwas verwirrend war der amerikanische Tacho mit Meilenanzeige: “nur” 45 mph waren das Maximum am Strand. 😉

Wieder zurück sind Guido, Guidos Tauchbuddy Jutta und ich zum Shark Nursery Area gegangen, wo dutzende Riffhaie zähnefletschend um unsere Füße geschwommen sind.

Danach ging’s wieder ins Auto und langsam auf den Rückweg Richtung Perth. Übernachtet haben wir in Carnarvon, Der “Metropole” am völlig ausgetrockneten Glascoyne River.

10. Tag

Nach einem spartanischen Frühstück ging’s wieder auf die Piste. Heute lagen gut 500 km absoluten Nichts vor uns, darunter auch unsere abermals genauestens vermessene längste Gerade: 104,70 km.

Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz in Port Denison – direkt am Strand.

11. Tag

Swan's BellZivilisation in greifbarer Nähe: Nur noch knapp 400 km bis Perth und nach den vergangenen Tagen ist das Nichts. Nach dem recht frühen Aufstehen waren wir schon gegen Mittag in Perth bzw. genauer in den Hügeln hinter Perth. Nach einer Stärkung in einer französischen Patisserie haben wir uns von diversen “Lookouts” Perth aus der Ferne angeschaut bevor es dann in die Stadt zum Billabong Hostel ging. Damit wir am nächsten Morgen nicht so früh aufstehen mussten, haben wir beschlossen, unseren Mietwagen “schnell” wegzubringen. Ging nach dem Ausfüllen eines Unfallberichtes sogar recht zügig, außer dass die Tante von der Autovermietung ein wenig genervt war.

Nachdem alles erledigt war, haben wir die Innenstadt ein wenig erkundigt, u.a. auch das Wahrzeichen von Perth den Swan’s Bell (ein futuristischer Glockenturm).

Trotz Dienstagabend haben wir uns nach Northbridge, dem Partyviertel, gewagt und durften einem Salsa-Abend beiwohnen. 😉

12. Tag

Vorletzter Tag in Perth und noch einiges zu sehen. Zuerst haben wir den Kings Park erlaufen und die “Skyline” von Perth bestaunt. Am späten Nachmittag haben wir uns beim Japaner mit eine paar “Locals”, von unseren ersten Perth-Tagen getroffen. Mit denen haben wir auch noch eine Art Weinprobe gemacht bevor es zurück zum Hostel ging, wo wir noch am Pool gesessen haben.

13. Tag

PerthTag des Abflugs. Zuerst haben wir das Hostel glücklich gemacht, indem wir ihnen unsere restlichen Vorräte und unser grandioses Geschirr geschenkt haben. Nach einem Brekkie in der Stadt ist es mir gelungen beim Department of Immmigration and Multicultural Affairs meine Arbeitserlaubnis in den Reisepass kleben zu lassen.

Gegen Mittag mussten wir dann wieder zurück ins Hostel, unsere Sachen abholen und zum Flughafen aufbrechen. Nach dem Aufgeben von fünf Gepäckstücken durften wir in den Flieger und welch ein Zufall, es war derselbe wie auf dem Hinflug von Brisbane. Also hatten wir wieder Foxtel-Live-TV bis Sydney.

Dort angekommen wartete schon Jacky mit Freundin (Studienkollegen von Guido) und bei Guido zuhause angekommen Laura und Sylvia auf uns. Also leichte Überbelegung bei Guido zuhause.

14. Tag

Group PictureNach einem etwas verschlafenen Start in den Tag gab’s erstmal “Frühstück” beim Thai. Anschließend sind Laura, Sylvia und ich in die Stadt auf einen kurzen Shopping-Trip und den Besuch des Sydney-Aquariums aufgebrochen. Das Aquarium war recht eindrucksvoll, besonders der Unterwassertunnel durch das Haibecken. Die Haie dort wurden auch gerade von zwei Tauchern gefüttert, perfektes Timing also.

Anschließend haben wir uns direkt ins Nachtleben gestürzt und waren zuerst in einer Bar am Darling Harbour. Nachdem Guido und Housemates eingetroffen waren, sind wir noch in Chinatown unterwegs gewesen.

15. Tag

Robbie Williams in ConcertSamstag, 9. Dezember 2006: Wer ist in der Stadt? Ja, richtig: Robbie Williams und wir haben Karten für sein Konzert im Aussie Stadium. Also ging’s direkt nach dem Frühstück Richtung Stadion, wo wir fast die ersten waren. Dafür durften wir dann erstmal bis 17 Uhr warten bevor wir überhaupt ins Stadion durften. In den nächsten drei Stunden füllte sich dann das Stadion recht ordentlich, wobei wir in Oval B waren, der zweiten Hälfte des Innenraums. Gegen 19:30 Uhr ging’s dann auch mit der nicht besonders dollen Vorband “Sneaky Soundsystem” los bevor Robbie in einem furiosen Feuerwerk die Bühne betrat und einen Hit nach dem anderen aufführte. Zwischendurch ließ er immer wieder den Entertainer raushängen und unterhielt das Publikum mit Witzen. Nach gut zwei Stunden war dann das grandiose Konzert im ausverkauften Aussie Stadium vorbei und wir haben uns auf den Weg in einen Club in Kings Cross gemacht, wo wir etwas länger geblieben sind. 😉

16. Tag

Naturgemäß haben wir etwas länger geschlafen und nach dem Aufstehen bin ich in Bondi Junction Shopping Centre gefahren, um ein paar Sachen zu besorgen. Danach bin ich mit Guido und ein paar seiner Kommilitonen beim Chinesen Abendessen gegangen und im Anschluss daran haben wir uns den neuen Bond-Film “Casino Royale” angeguckt.

Vor dem Zubettgehen musste ich noch meine Sachen packen, da es am nächsten Morgen erst nach Brisbane und am Abend dann nach Good Old Germany gehen sollte.